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"Der neue Tag" vom 07.05.2008, Netzcode: 1370380
Feinfühlig und hingebungsvoll
Professor Matthias Eisenberg gibt in Mitterteich furioses Orgelkonzert

Mitterteich. Große Erwartungen weckte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bernd Scheltner bei den knapp 150 Besuchern in der Stadtkirche. "Ein grandioses Programm, welches eines wahren Meisters bedarf", kündigte er an.

Und er sollte Recht behalten. Professor Matthias Eisenberg stimmte das Publikum mit dem klassischen "Toccata et Fuga in F" von Johann Sebastian Bach kraftvoll und gewaltig ein. Danach brachte der Professor dem Publikum die Flötentöne bei: Das "Trio A-Dur" von Johann Sebastian Bach erklang wie eine Nachtigall in einem verzauberten Wald, märchenhaft und wunderschön. Der zunächst sanfte Lobpreis "Allein Gott in der Höh sei Ehr", ebenfalls von Bach, machte spürbar, wie zärtlich Eisenberg mit seinen Händen über die Tasten tanzte. Jäh wurde die Hymne lauter, um dann wieder mild zu erklingen. Im Anschluss spielte der Virtuose die "Trois chorals pour grand orgue" - drei Choräle für die große Orgel von César Franck, einer der wichtigsten französischen Organisten und Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Choräle in Dur und Moll begleiteten durch alle Höhen und Tiefen des Lebens, dramatisch und schwermütig.

Abschließend präsentierte Eisenberg "Fantasie und Fuge d-moll", opus 135b, ein Spätwerk des großen oberpfälzischen Komponisten Max Reger - von gewaltigem Klang, traurig, wechselnd zwischen fordernden und zurückhaltenden Tönen, hervorragend interpretiert.

Das Publikum honorierte Leistung mit stehendem Applaus. Nur wenige Künstler beherrschen diese schwierigen Orgelkompositionen in dieser Gesamtheit. Das feinfühlige und hingebungsvolle Spiel Eisenbergs ist wohl einmalig. Es muss für Karsten Hörl, Erbauer der Orgel, eine Ehre gewesen sein, dem Ausnahmemusiker als Registrant zur Seite zu stehen.