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"Der neue Tag" vom 16.02.2008, Netzcode: 1272587
Rasende Musiker verbreiten Lebensfreude
Harmonic Brass und Professor Matthias Eisenberg spielen vor 250 Besuchern in der Pfarrkirche

Mitterteich. Rund 250 Besucher ließen sich am Mittwoch einen besonderen Ohren- und Augenschmaus in der Pfarrkirche St. Jakob nicht entgehen: Im Rahmen ihrer diesjährigen Tournee gastierten die fünf Musiker von Harmonic Brass zusammen mit Professor Matthias Eisenberg in Mitterteich.

Schwungvoll eröffnet wurde der Abend mit dem Rondo von Jean-Joseph Kenn. Dann erklang Rossini mit der Ouvertüre aus "Der Barbier von Sevilla" - mal zärtlich, mal wie ein wilder Husar. Als nächstes stand Johann Sebastian Bach auf dem Programm - melancholisch und getragen mit Air aus der "Ouvertüre Nr. 3 D-Dur", dem Orgel-Solo aus "Fantasie et Fuga". Dabei durfte Professor Eisenberg in die Tasten greifen, der als Berater auch maßgeblich am Neubau der Orgel beteiligt war. Das Stück "Nun danket alle Gott" schloss sich dieser Darbietung an.

Festliche Leichtigkeit

Erster Trompeter Hans Zellner erfüllte das Kirchenschiff durch sein Arrangement mit festlicher Leichtigkeit. Stimmig folgte die Krönungshymne "Zadok the Priest" von Georg Friedrich Händel. Mitten ins Herz des Publikums trafen die Bläser mit Giuseppe Verdis Triumphmarsch aus "Aida". Mit glänzenden Lackschuhen rasten die Musiker regelrecht durch das Gotteshaus, um die eigens für diese Oper gebauten "Aida"-Trompeten wie Fanfaren erklingen zu lassen. Erfüllt mit italienischer Lebensfreude gingen die Zuhörer in die Pause.

Händels "Einzug der Königin von Saba" bildete den festlichen Auftakt des zweiten Teils. Immer wieder wurde das Publikum von den außergewöhnlichen Arrangements von Hans Zellner überrascht. Die nächste Herausforderung war das doppelchörige "Canzon Septimi" von Giovanni Gabrieli. Das hatte zur Folge, dass sich der Tubist Manfred Häberlein "teilen" musste - was er aber mit viel Humor hinnahm.

Anschließend durfte der Organist wieder alleine ran: Mit dem "Dance Macabre" von Camille Saint-Saens ließ Eisenberg einen Clochard durch Paris streifen, aufregend, phantastisch und seltsam anmutend. Der nächste Schritt in die Moderne folgte durch "Pie Jesu", einem Requiem von Andrew Lloyd Webber. Das offizielle Programm endete mit dem "Pomp and Circumstance March" - der heimlichen Nationalhymne Englands. Doch so einfach ließen die Musiker ihr Publikum noch nicht gehen - nach einer gelungenen Improvisation von Professor Eisenberg auf der Orgel machten sie das Konzert mit einem anrührenden Abendlied unvergesslich.