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Von Tobias Schwarzmeier, "Der neue Tag" vom 27.09.2005, Netzcode: 10773463
"Einsteigermodell" gemeistert
Meisterorganist Matthias Eisenberg überzeugt bei Benefizkonzert in Mitterteich

Mitterteich. Die Melodie von Beethovens "Für Elise" auf dem sehr eigenen Klang eines Klaviers Marke "Einsteigermodell" wirkte sehr vertraut. So konnte man sich mitunter des Eindrucks eines Musikschul-Vorspielabends nicht ganz erwehren, wenn man zu den rund 100 Musikfreunden beim Benefizkonzert "Feuerwerk der Musik" im Modehaus Zeitler zählte.

Auch Meisterorganist Matthias Eisenberg, seines Zeichens Professor und Kirchenmusikdirektor in Zwickau musste sich an diesem Instrument unweigerlich in seine Anfangszeit zurückversetzt gefühlt haben. Doch dem versierten Kirchenmusiker schien bei seinem weltlichen Konzert zusammen mit dem Katholischen Kirchenchor zugunsten einer neuen Orgel für die St. Jakobskirche gerade diese Herausforderung Spaß zu machen.

Es war beeindruckend, wie viel an emotionaler Wirkung Matthias Eisenberg mit ungeheuerer Energie und Spielfreude aus dem einfachen Instrument - eine Leihgabe der Stadt Mitterteich - noch herausholen konnte. Mal elegant, mal einfach nur in die Tasten hämmernd riss er das Publikum mit. Ob Eisenberg nun klassisches Liedgut in Willy Trapps "Volkslieder im Rhythmus der Zeit" mit Ragtime-, Boogie und Jazzrhythmen unterlegte, Bachs "Praeludium und Fuge in c- Moll" intonierte, "Kalinka" die" russische Seele" oder mit bombastischen Ausdruck dem "Gefangenenchor" aus "Nabucco und der Ode "Freude schöner Götterfunken" den nötigen "Gänsehaut- Faktor" verlieh, seinem dynamischen Spiel konnte man sich einfach nicht entziehen.

Besonders beim Höhepunkt - seinen Improvisationen zum Thema des zuvor "A Capella" gesungenen "Mit Lieb bin ich umfangen" von Johann Steuerlein - wurde das Potential des versierten Konzertanten deutlich, der einige Stunden zuvor ein weiteres Benefizkonzert in der Lutherkirche in Zwickau gegeben hatte. Eine gute Figur machte auch der gemischte Katholische Kirchenchor unter der Leitung von Matthias Schraml, dem es gelang, die zahlenmäßige Unterlegenheit der Männerstimmen im Gesamtklang gut zu kompensieren.

Ein Sonderlob verdiente sich Solo-Sopranistin Margareta Kusmierz, die vor allem bei der Arie "Ach, ich fühls" aus der "Zauberflöte" überzeugte. Musik ist bekanntermaßen kein Selbstzweck und das sehr unterhaltsame "Feuerwerk der Musik" verfehlte beim enthusiastischen Publikum seine Wirkung nicht. Dennoch wäre es schön, das nächste Mal ein Konzert von Matthias Eisenberg an einer Orgel oder einem Konzertflügel erleben zu können.