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"Der neue Tag" vom 07.08.2004, Netzcode: 10596989
Orgelweihe der Höhepunkt
Pfarrgemeinde Neuzirkendorf feiert Patronatsfest der Wallfahrtskirche Weißenbrunn.

Neuzirkendorf. Unter Papst Sixtus verwaltete er das Kirchenvermögen. Bei der Christenverfolgung unter Kaiser Nero wurde er am 10. August 258 grausam ermordet. Über seinen Gebeinen entstand eine der sieben Hauptkirchen Roms. Am Sonntag feiert die Pfarrgemeinde Neuzirkendorf das Patronatsfest des heiligen Laurentius in der Wallfahrtskirche Weißenbrunn. Höhepunkt ist die Weihe der neuen Orgel.

Das Gotteshaus liegt zwischen Neuzirkendorf und Troschenreuth, umgeben von Laub- und Nadelbäumen. Etwa hundert Meter entfernt steht eine Kapelle mit Brunnen, der eigentliche Ursprung der Wallfahrt. Aus der Quelle soll im 17./18. Jahrhundert weißes Wasser (daher der Name Weißenbrunn) geflossen sein. Kranke aus dem In- und Ausland pilgerten hierher, um sich damit zu waschen in der Hoffnung, wieder gesund zu werden. Bildtafeln und Holzkrücken zeugen noch davon.

Urkundlich wurde die Laurentiuskirche mit Kapelle und Brunnen erstmals 1119 erwähnt. Hussiten zerstörten 1429 die damalige Holzkirche. Die zweite Kirche, 1494 entstanden, fiel dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer. Das Gotteshaus in der heutigen Form wurde nach den Plänen von Balthasar Neumann 1736 erbaut. Bis 1803 war Weißenbrunn im Besitz des Klosters Michelfeld. Nach der Säkularisation übernahm der Staat Bayern den umliegenden Klosterwald.

Vor Abbruch gerettet

Die Kirche, um die sich niemand mehr kümmerte, ging danach in den Besitz der Gemeinde Neuzirkendorf über und verfiel. 1928 wurde sie verkauft, um abgebrochen zu werden, was beherzte Männer aus Neuzirkendorf und das Landesamt für Denkmalpflege aber verhindern konnten. Im April 1945 traf eine Granate das Dach des Gotteshauses. Es wurde bereits 1946 wieder repariert. In den 50er Jahren wurde das Innere der Kirche renoviert. Vollständige Innen- und Außenrenovierungen folgten in den 70er Jahren und noch einmal 1997/98.

Zweimal, 1971 und 1981, suchten Einbrecher die Kirche heim. Die Beute blieb bis heute verschwunden. Viele Brautpaare aus der Umgebung lassen sich in Weißenbrunn trauen. Die Kirche ist jeden Sonntagnachmittag zur Besichtigung und zum Gebet geöffnet.

Da am Sonntag sehr viele Gläubige erwartet werden, wird der Festgottesdienst (siehe eigene Meldung) per Lautsprecher ins Freie übertragen. Zu kurz kommt auch die weltliche Feier nicht. Den ganzen Tag über ist Zeltbetrieb.